Häufige Fragen

... und Antworten

 

Was ist eine Erstverschlimmerung?

Die Homöopathie ist eine Reiztherapie, die einen Impuls setzt, der wiederum die Selbstheilungskräfte in Gang bringt. Die als "Erstverschlimmerung" bekannte Reaktion des Körpers auf diesen Heilungsreiz bedeutet zunächst nur, dass der Impuls angekommen ist.
Es handelt sich also eher um eine "Erstreaktion", die von einer echten Verschlimmerung abzugrenzen ist.  Für den Patienten kann es sich natürlich so anfühlen, als würden seine Symptome erstmal noch schlimmer. Eine Erstreaktion, die die Antwort des Körpers auf das passende Mittel darstellt, sollte aber immer moderat ausfallen und in wenigen Stunden von selbst wieder abklingen. Erstreaktionen entstehen übriges besonders häufig, wenn mit Tiefpotenzen selbst behandelt wird. Eine heftige oder anhaltende Erstreaktion sollte immer ein Grund sein, Ihren Arzt oder Heilpraktiker zu kontaktieren, schon um eine echte Verschlimmerung der Grundkrankheit zu erkennen und entsprechend eingreifen zu können.

 

Kann ich mich oder meine Kinder auch selbst behandeln? Es gibt doch so viele Bücher über Homöopathie.

Grundsätzlich ist es auch für Laien möglich, sich Grundkenntnisse der Homöopathie anzueigenen oder z.B. Kurse für die Zusammenstellung einer homöopathischen Hausapotheke zu besuchen. Viele Mütter sind gut informiert und behandeln Alltagsbeschwerden ihrer Kinder erfolgreich selbst. So lange es sich um banale Akuterkrankungen wie Schnupfen oder kleinere Verletzungen handelt, ist dagegen nichts einzuwenden. Bei allen ernsthaften Erkrankungen und vor allem bei chronischen Krankheiten sollten Sie sich an einen erfahrenen homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker wenden. Die Kenntisse, die für derartige Behandlungen erforderlich sind, gehen weit über ein Selbststudium hinaus. Zudem wird hier in der Regel mit Hochpotenzen gearbeitet, deren unsachgemäßer Einsatz durchaus ernste Folgen haben kann - für Körper und Psyche!

 

Aber mit einem Komplexmittel kann ich doch nichts falsch machen, oder?

Homöopathische Komplexmittel sind Mischungen verschiedener homöopathischer Mittel in Tiefpotenzen. Sie werden meist bei weniger schwerwiegenden, häufigen Erkrankungen wie Erkältungen, Schwindel, etc. eingesetzt. Der Gedanke dahinter ist, dass eines der enthaltenen Mittel schon passen und damit helfen wird. Man erspart sich dabei die Arbeit, das wirklich passende Mittel zu repertorieren, was durchaus zeitaufwändig sein kann. Wenn eines der enthaltenen Mittel auf die Symptome passt, kann das auch funktionieren - meist aber nicht dauerhaft. Durch die verwendeten Tiefpotenzen kann es zudem zu recht heftigen Erstreaktionen kommen. Es kann auch sein, dass der Patient durch eines oder mehrere der enthaltenen Mittel eine u.U. unangenehme Arzneimittelprüfung durchläuft.
Bei wiederholter Anwendung solcher Mittel kann zudem die Lebenskraft dauerhaft irritiert werden, was zukünftige homöopathische Behandlungen durch den Arzt oder Heilpraktiker unnötig erschwert.
Wesentlich aber ist, dass die Mittel hier nur auf die rein körperlichen Symptome abgestimmt sind. Die Seelenlage des Patienten, sein Allgemeinbefinden, die Modalitäten....all dies bleibt außen vor. Dieses Vorgehen hat mit klassischer Homöopathie nichts zu tun.

 

Darf ich während einer homöopathischen Behandlung Kaffee trinken?

Das berüchtigte Kaffee-Verbot während der Einnahme homöopathischer Mittel ist umstritten. Verschiedene Mittel reagieren auch unterschiedlich auf diesen "Störfaktor". Richtig ist, dass der Erfolg einer homöopathischen Behandlung durch einen gesunden Lebensstil mit sinnvoller Ernährung, ausreichend Bewegung und Schlaf, Verzicht auf Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Tabak, etc. positiv beeinflusst werden kann.
Bei akuten Erkrankungen muss das Mittel ja meist nur kurz genommen werden und da fällt der kurzfristige Verzicht sicher nicht allzu schwer.
Anders sieht es aus, wenn Sie sich in einer länger dauernden Konstitutionsbehandlung befinden. Nicht jeder möchte dauerhaft auf seinen Kaffee verzichten. Hier empfehle ich, in der Anfangsphase, wenn das Mittel beurteilt werden muss, den Genuss möglichst einzustellen oder zumindest einzuschränken. Wichtig ist auch der zeitliche Abstand zur Einnahme des Mittels. Dies gilt übrigens ebenso für die Mahlzeiten und das Zähne putzen. Auch ätherische Öle - vor allem Pfefferminze und Kampfer - können die Mittelwirkung aufheben.
Wenn "Ihr" Mittel aber erst einmal wirkt und passt, ist sicher gegen eine Tasse Kaffee hin und wieder nichts einzuwenden.

 

Meine Symptome sind fast verschwunden, aber jetzt bin ich ein wenig depressiv...

Hier läuft etwas gründlich falsch. Wenn diese Situation eintritt, sollten Sie schnellstmöglich Ihren behandelnden Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Viele Patienten freuen sich, wenn z.B. die Rheuma-Schmerzen nachlassen und denken, das bisschen schlechte Laune wäre ja nicht so schlimm. In der Homöopathie ist eine Verschlechterung der seelischen Verfassung - auch bei Besserung der körperlichen Symptome! - aber immer ein Zeichen für ein falsches Mittel oder zumindest eine falsche Stärke des Mittels. Echte Heilung geschieht immer von innen nach außen und von den wichtigen zu den weniger wichtigen Organen. Das Gehirn - der Entstehungsort von Depressionen - hat in der Homöopathie eine weitaus höhere Priorität als z.B. Muskeln und Gelenke.

 

Kann Homöopathie "unheilbare" Krankheiten wie Krebs heilen?

Diese Frage bewegt viele Menschen, denn fast jeder kennt jemanden, der von Krebs betroffen ist oder war. Dennoch lässt sie sich nicht eindeutig mit "Ja" oder "Nein" beantworten. Grundsätzlich kann der derselbe Körper, der Symptome macht - im Fall von Krebs eben unkontrolliertes Zellwachstum - diese Symptome auch wieder beseitigen. Im Einzelfall hängt dies aber sehr davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, wie stark die Selbstheilungskräfte (in der Homöopathie "die Lebenskraft") des Patienten noch sind und wie der Allgemeinzustand ist (häufig bestehen weitere chronische Erkrankungen). Ziel einer homöopathischen (Mit-)Behandlung bei Krebs ist es, den zerstörerischen Prozess zurückzudrängen und im besten Fall zum Stillstand zu bringen. Die Behandlung sollte hier in jedem Fall von einem sehr erfahrenen Homöopathen durchgeführt werden, der den Patienten gut kennt, Mittelreaktionen einschätzen und entsprechend reagieren kann. Auch eine psychologische Betreuung sollte gewährleistet sein. In den allermeisten Fällen wünschen Patienten eine homöopathische Behandlung zusätzlich z.B. zu einer Chemotherapie oder danach, um die oft starken Nebenwirkungen abzumildern. Hier zeigt sich immer wieder, dass ein passendes homöopathisches Mittel sehr gute Dienste leisten kann. Auch die psychische Verfassung und Beeinträchtigungen wie extreme Müdigkeit können während und nach einer Chemotherapie und/oder Bestrahlung positiv beeinflusst werden. Das zeigen langjährige Erfahrungen an homöopathisch arbeitenden Kliniken wie der von-Haunerschen Kinderklinik in München und der Clinica Santa Croce in der Schweiz.

 

Mein Kind hat das "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom" (ADS oder ADHS) - hilft hier die Homöopathie?

Zu dieser Frage gibt es inzwischen aussagekräftige Studien, die belegen, dass das richtige homöopathische Konstitutionsmittel bei dieser "Diagnose" - ebenso gute und z.T. bessere Erfolge erzielt wie eine medikamentöse Therapie - und zwar ohne die oft erheblichen Nebenwirkungen. Entscheidend ist auch hier, die Therapie von einem fähigen klassischen Homöopathen durchführen zu lassen, zu dem das Kind und die Eltern eine Vertrauensbasis aufbauen können.